Lehrlinge gewinnen und halten mit steuerfreien Benefits

Österreich bildet zu wenig Lehrlinge aus.1 Gleichzeitig brechen immer mehr junge Menschen ihre Lehre ab, oft schon im ersten Jahr.2 Einen Lehrlingsabbruch zu verhindern ist damit zu einer der drängendsten Herausforderungen für Ausbildungsbetriebe geworden. Wer heute Nachwuchs gewinnen und halten will, braucht mehr als einen Ausbildungsplatz. Er braucht Angebote, die im Alltag spürbar sind.
Dieser Beitrag zeigt, wie Betriebe mit zwei einfachen, steuerfreien Benefits einen echten Unterschied machen – für ihre Lehrlinge und für sich selbst als Arbeitgeber.
Warum das Lehrlingsentgelt allein oft nicht reicht
Das Lehrlingsentgelt ist kollektivvertraglich geregelt. Viele Betriebe zahlen damit in einer ähnlichen Bandbreite. Wenn alles gleich aussieht, entscheidet oft nicht der letzte Euro, sondern das Gesamtpaket.
Dazu kommt ein praktischer Punkt. Eine reine Erhöhung des Entgelts verpufft teilweise, weil Steuern und Abgaben mitlaufen. Benefits, die zusätzlich zum Entgelt gewährt werden, kommen hingegen zielgerichtet an. Sie sind außerdem täglich sichtbar. Genau das hilft, wenn es um Bindung geht.
Das Mittagessen geht auf die Firma
Viele Lehrlinge sind zum ersten Mal auf sich selbst gestellt. Das Budget ist knapp, der Alltag neu. Das Mittagessen in der Nähe des Betriebs, der Einkauf für die Pause, ein Snack zwischendurch. Das sind kleine Posten, die sich in Summe deutlich bemerkbar machen.
Arbeitgeber können in Österreich für Mahlzeiten in Gaststätten bis zu 8 Euro pro Arbeitstag steuerfrei unterstützen. Für Lebensmitteleinkäufe sind bis zu 2 Euro pro Arbeitstag möglich. Das gilt zusätzlich zum Entgelt und ohne Lohnnebenkosten. Bei 20 Arbeitstagen sind das bis zu 160 Euro Essenszuschuss im Monat, die beim Lehrling netto ankommen. Wichtig ist die korrekte Umsetzung, damit die Steuerfreiheit hält.
Der Essenszuschuss ist zweckgebunden und darf nicht bar ausgezahlt werden
Er muss einem tatsächlichen Arbeitstag zuordenbar sein
Non-Food, Alkohol und Tabak sind ausgeschlossen
Wenn diese Punkte sitzen, ist der Benefit schnell erklärt und in der Praxis sehr beliebt. Er reduziert im Alltag genau dort Stress, wo Lehrlinge ihn spüren.
Öffi Ticket: Mobilität ist kein Extra, sondern ein Thema
Viele Lehrlinge pendeln. Manche wohnen noch zuhause, die Ausbildungsstätte ist eine halbe Stunde entfernt. Monatskarte, Jahreskarte, irgendwann vielleicht das KlimaTicket – alles Kosten, die sich mit einem Lehrlingsentgelt im ersten Jahr deutlich bemerkbar machen. Wenn Arbeitgeber das Öffi-Ticket übernehmen, löst das ein konkretes Problem. Und es sendet ein Signal, das im Recruiting zählt. Der Betrieb denkt mit.
Förderungsfähig sind dabei alle Tickets mit Bezug zum öffentlichen Verkehr – städtische Jahreskarten genauso wie regionale Jobtickets, Monats- oder Wochenkarten. Das KlimaTicket wäre natürlich das i-Tüpfelchen, aber nicht Voraussetzung. Entscheidend ist: Das Ticket muss am Wohn- oder Arbeitsort des Lehrlings gültig sein.
Der steuerliche Vorteil ist klar: Die Kostenübernahme ist gemäß § 26 Z5 EStG 1988 vollständig steuer- und abgabenfrei – vorausgesetzt, sie erfolgt zusätzlich zum Entgelt. Praktisch für Betriebe: Die Erstattung kann monatlich über die Laufzeit verteilt werden statt einmalig vorab, also kein Risiko bei vorzeitigem Austritt.
Ein wichtiger Hinweis zur Gehaltsumwandlung
Benefits wirken steuerlich nur dann, wenn sie zusätzlich zum vereinbarten Lehrlingsentgelt gewährt werden. Eine Umwidmung von Entgeltbestandteilen in Sachleistungen ist bei Lehrlingsverhältnissen in der Regel nicht zulässig – das Entgelt ist kollektivvertraglich geschützt. Wer Benefits einführt, sollte das vorab noch einmal kurz mit der Lohnverrechnung abstimmen.
Warum einfache Benefits bei Lehrlingen besser funktionieren
Lehrlinge sind keine erfahrenen Benefit-Nutzer. Komplexe Modelle mit vielen Optionen und Fristen überfordern mehr als sie begeistern. Was bleibt, sind Benefits, die ohne Erklärung funktionieren – die man einfach bei sich hat und täglich merkt. Essen und Mobilität sind genau das.
Wie Probonio Ihnen dabei hilft
Mit Probonio können Betriebe in Österreich Essenszuschuss und Öffi-Ticket digital und ohne großen Verwaltungsaufwand bereitstellen. Lehrlinge laden Belege per App hoch, Arbeitgeber verwalten alles zentral – die Abrechnung läuft automatisiert in die Lohnverrechnung. Wer mehrere Lehrlinge in verschiedenen Abteilungen hat, kann Budgets gezielt pro Gruppe konfigurieren.
Damit bleiben die Benefits für Lehrlinge einfach und für Arbeitgeber administrativ sauber. Das ist oft der entscheidende Punkt, damit ein Benefit-Programm nicht nach drei Monaten wieder einschläft.
Fazit: Zwei kleine Hebel mit großer Wirkung
Wer Lehrlinge finden und halten will, muss nicht automatisch mehr zahlen. Entscheidend ist, ob der Betrieb im Alltag spürbar unterstützt. Essenszuschuss und Öffi Ticket sind dafür zwei der direktesten Hebel. Sie sind alltagsnah, steuerlich attraktiv und mit überschaubarem Aufwand umsetzbar, wenn sie korrekt zusätzlich zum Entgelt gewährt werden.
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